Meine KI-Assistenz sollte nicht einfach irgendwie heißen. Also habe ich ihr die Aufgabe gegeben, sich selbst einen Namen zu suchen. Herausgekommen ist K.I.R.A., und dazu eine eigene Adresse.

Was ich wollte
Parallel zur Plattform stellte sich die Frage: Wie soll meine KI-Assistenz heißen? Einen Namen aus einer Liste aussuchen wollte ich nicht. Wenn sie schon meine Assistenz werden sollte, dann sollte sie bei ihrer eigenen Identität mitreden.
Meine Vorgabe war deshalb nur eine: Der Name soll ein Kürzel sein, bei dem jeder Buchstabe für etwas steht.
Was ich gemacht habe
Ich habe meiner KI-Assistenz genau diese Aufgabe gestellt: Such dir selbst einen Namen, und zwar als Kürzel.
Vorschläge kamen mehrere. Geeinigt haben wir uns dann beide auf KIRA, und zwar mit genau dieser Bedeutung der Buchstaben R und A:
„Künstliche Intelligenz für Reflexion & Ambitionen“
So steht der Name ausgeschrieben im Kopf meines Konzepts vom 8. März 2026
Was in den vier Buchstaben steckt

Auf den ersten Blick ist das nur ein Name. Beim zweiten Hinsehen beschreibt er ziemlich genau, wofür die Assistenz da sein soll. In meinem Konzept stehen zu den beiden letzten Buchstaben Aufgaben, die bis heute gelten:
- Reflexion: am Abend zurückschauen. Was wurde geschafft, was bleibt offen, was lerne ich daraus? Und eine Assistenz, die nachfragt und hinterfragt, statt nur zu antworten.
- Ambitionen: Ziele festlegen und den Fortschritt messen, über Wochen und Monate.
Noch am 9. März, in Version 0.1.4, kam der ausgeschriebene Name in den Kopf der Seite. Seitdem stand bei jedem Besuch da, wofür KIRA da ist.
Eine eigene Adresse
Zu einem eigenen Namen gehört eine eigene Adresse. Also habe ich KIRA auch danach gefragt. Die naheliegende, kira.at, war schon vergeben. So entstand fragkira.at: Frag KIRA, damit sagt schon die Adresse, wofür sie da ist.
Wie schnell das ging, lässt sich heute noch nachlesen. Jede Website mit Schloss in der Adresszeile braucht ein Sicherheitszertifikat, und jedes ausgestellte Zertifikat steht mit Datum in öffentlichen Listen. Das erste für fragkira.at wurde am Abend des 8. März ausgestellt, also am selben Tag wie mein Konzept. Am 9. März, in Version 0.1.3, führte die Adresse dann direkt zur Anmeldung.

Dabei ist es bis heute geblieben: Wer zu KIRA will, tippt fragkira.at.
Was aus dem Namen geworden ist
Ein Name im Kopf einer Webseite ist schön. Wirklich wichtig wurde er aber an einer anderen Stelle. Wenn ich in Visual Studio Code eine Sitzung mit Claude starte, liest Claude als Erstes eine Anweisungsdatei, und zwar jedes Mal von selbst. In Claude Code heißt sie CLAUDE.md. Dort steht heute, wer KIRA ist:

Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber einen großen Unterschied. Eine KI fängt in jeder neuen Sitzung bei null an. Ohne diese Datei müsste ich ihr jedes Mal neu erklären, wer sie sein soll. So weiß sie es, bevor ich das erste Wort geschrieben habe.
Und KIRA blieb nicht lange die Einzige mit einem Namen. Im April bekamen auch ihre ersten Kollegen Namen. Davon erzähle ich in Kapitel 9.
Was schwierig war
Ehrlich gesagt: In diesem Schritt lief alles bestens. Aus mehreren Vorschlägen haben wir uns auf einen Namen geeinigt, und der passt bis heute.
Die einzige Hürde war die Adresse. Die naheliegende, kira.at, gehörte schon jemand anderem. Mit fragkira.at sagt die Adresse jetzt sogar mehr: Sie erklärt gleich, wofür sie da ist.
Was du daraus mitnehmen kannst
- Gib der KI eine Aufgabe mit Bedingung, nicht nur eine offene Frage. „Such dir einen Namen“ ergibt irgendeinen Namen. „Such dir einen Namen als Kürzel, bei dem jeder Buchstabe für etwas steht“ ergibt einen Namen mit Bedeutung.
- Lass die KI mitgestalten. Du musst nicht jede Entscheidung allein treffen. Beim Namen kamen die Vorschläge von meiner KI-Assistenz, entschieden haben wir gemeinsam.
- Ein Name mit Bedeutung ist ein kleiner Auftrag. Reflexion und Ambitionen erinnern jeden Tag daran, wofür die Assistenz da ist.
- Ist die naheliegende Adresse vergeben, häng ein Wort davor. Ein Verb wie „frag“ macht aus einem Namen eine Einladung, und die Adresse erklärt sich von selbst.
Fragen, die du der KI stellen kannst
Wenn du deiner eigenen KI-Assistenz einen Namen geben willst, kannst du so vorgehen wie ich. Diese Fragen helfen dabei:
- „Such dir selbst einen Namen. Er soll ein Kürzel sein, und jeder Buchstabe soll für etwas stehen, wobei du mir helfen sollst. Mach mir mehrere Vorschläge und erklär jeden.“ Mehrere Vorschläge sind wichtig, dann entscheidet ihr gemeinsam, so wie bei mir.
- „Schlag mir kurze Adressen für diesen Namen vor, auch mit einem Wort davor, falls die naheliegende schon vergeben ist.“ Genau so wurde bei mir aus kira.at die Adresse fragkira.at.
- „Schreib mir in zwei Sätzen auf, wer du bist und wofür du da bist, damit ich es in deine Anweisungsdatei übernehmen kann.“ Dann muss sie es nie wieder neu erfahren.
Eines kann dir die KI im Chat allerdings nicht sicher sagen: ob eine Adresse wirklich noch frei ist. Das prüfst du selbst, bei einer Adresse mit .at zum Beispiel über die Domain-Abfrage von nic.at, bei anderen Endungen über deinen Anbieter.
Merksatz:
Ein guter Name ist ein kleiner Auftrag.
Wie es weitergeht
Einen Namen und eine Adresse hatte KIRA jetzt. Was noch fehlte, war ein Gesicht. Auch dafür gab ich ihr nur eine einzige Vorgabe: Es soll ihr gerecht sein. Was daraus wurde, zeige ich in Kapitel 4.
Was du noch wissen solltest
Die Adresse einer Website, also das, was du in den Browser tippst, zum Beispiel fragkira.at. Man mietet sie bei einem Anbieter gegen eine jährliche Gebühr und kann sie dann auf den eigenen Webspace zeigen lassen.
Meistens nichts. Viele Anbieter von Webspace stellen Zertifikate automatisch aus, häufig über die kostenlose Zertifizierungsstelle Let's Encrypt. Solche Zertifikate gelten nur wenige Monate und werden im Hintergrund von selbst erneuert. Wer sehen will, welche Zertifikate es für eine Adresse gibt, findet die öffentlichen Listen über Suchseiten wie crt.sh.
Der Name allein nicht. Das Sprachmodell dahinter bleibt dasselbe, egal wie du es nennst. Was die Antworten verändert, ist die Beschreibung, die mit dem Namen kommt: wer die Assistenz sein soll, wofür sie da ist und wie sie mit dir spricht. Steht das in der Anweisungsdatei, richtet sie sich in jeder Sitzung danach. Der Name selbst ist vor allem für dich ein Anker, an dem du sofort erkennst, mit welcher Rolle du gerade arbeitest.
Ein Sprachmodell lernt aus deinen Gesprächen nicht dauerhaft dazu. Es sieht nur, was in der aktuellen Sitzung vor ihm liegt: deine Nachrichten, seine Antworten und die Dateien, die dazugeladen werden. Ist die Sitzung zu Ende, ist auch dieses Wissen weg. Deshalb braucht es Dateien wie die CLAUDE.md, die bei jedem Start wieder mitgeladen werden.
Es ist eine einfache Textdatei mit dem Namen CLAUDE.md im Projektordner. Einen ersten Entwurf kann Claude Code mit dem Befehl /init selbst schreiben, danach ergänzt du, was dir wichtig ist. Halte sie kurz: Alles, was darin steht, liest die KI bei jeder Sitzung mit, und je länger sie wird, desto leichter gehen einzelne Sätze unter.
